Erfolgreiches Jahr 2016 für baden-württembergische Filmförderung

Stuttgart | 09.02.2017 | Die baden-württembergische Filmförderung zieht eine positive Bilanz für das Förderjahr 2016
Kino Von der MFG geförderte Filme konnten sich auch 2016 viele Auszeichnungen freuen (Bild: Pixabay)

Kunststaatssekretärin Petra Olschowski: „Der Filmstandort Baden-Württemberg steht für eine beeindruckende Vielfalt an Stilrichtungen, Formaten und Genres. Mit der MFG verfügen wir über eine hochprofessionelle Förderinstitution, die dafür sorgt, dass auch Dokumentar- und Spielfilme jenseits des Mainstreams ihren Weg auf die große Leinwand finden.“

Top-Standort für Animation und visuelle Effekte

Der national und international renommierte Standort für Animation und visuelle Effekte (VFX) in Baden-Württemberg wächst weiter. Im vergangenen Jahr sind Unternehmen wie Lavalabs Moving Images, ScanlineVFX, Seru Film Produktion und FFL Film- und Fernseh-Labor dem von der MFG initiierten Branchennetzwerk Animation Media Cluster Region Stuttgart beigetreten. Umsatz und Mitarbeiterzahl der baden-württembergischen Animations- und VFX-Firmen sind in 2016 weiter gestiegen und haben sich damit in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt.

Fast alle wichtigen deutschen Firmen auf diesem Gebiet sind mittlerweile mit ihrem Hauptsitz oder einer Niederlassung in Baden-Württemberg vertreten. In Baden-Württemberg angesiedelte Unternehmen realisierten im Rahmen der MFG Förderung visuelle Effekte und Animationen erfolgreicher Kino- und TV-Produktionen wie „Gotthard“, „Ritter Rost 2“, „Pettersson und Findus 2 – Das schönste Weihnachten überhaupt", „Game of Thrones", „A Cure for Wellness“ oder „The Coldest City“.

Hoher regionaler Effekt bei der "Line Producer-Förderung"

Mit der sogenannten „Line Producer-Förderung“ der MFG werden nicht wie sonst üblich Filmproduktionen in ihrer Gesamtheit, sondern gezielt die für die visuellen Effekte und Animationen von Filmproduktionen verantwortlichen Firmen unterstützt. Im Jahr 2016 erzielte diese Förderung wieder einen außergewöhnlich großen wirtschaftlichen Nutzen ("Regionaleffekt") für das Land.

Die geförderten Produktionen gaben durchschnittlich 600 Prozent der Fördersumme vor Ort in Baden-Württemberg aus und erzielten dabei im nationalen Vergleich einen hervorragenden Wert. In 2016 gab die MFG unter anderem Line Producer-Zuschüsse zur siebten Staffel des TV-Epos „Game of Thrones“, zu „Independence Day 2“ oder zu „Bullyparade – Der Film“.

Erfolge für MFG-geförderte Filme

Von der MFG geförderte Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilme konnten sich auch 2016 über eine ganze Reihe hochkarätiger Auszeichnungen freuen. So ging ein Oscar an Steven Spielbergs Spionage-Thriller „Bridge of Spies“, für den visuelle Effekte in Stuttgart realisiert wurden. Dies gilt auch für die TV-Serie „Game of Thrones“, die mit gleich neun Emmy Awards ausgezeichnet wurde. Auch der MFG-geförderte Dokumentarfilm „Krieg der Lügen – Curveball und der Irak-Krieg“ von Matthias Bittner gewann einen Emmy. Ein weiterer Dokumentarfilm, Nicolas Steiners „Above and Below“, wurde bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2016 mit zwei Lolas als „Bester Dokumentarfilm“ und für „Beste Kamera/Bildgestaltung“ geehrt.

Die überwiegend in Baden-Württemberg gedrehte deutsch-amerikanische Koproduktion „Morris aus Amerika“ von Chad Hartigan erhielt beim Sundance Film Festival zwei Preise. Chris Kraus‘ „Die Blumen von gestern“ wurde beim Tokyo International Festival mit dem Hauptpreis und dem Publikumspreis ausgezeichnet. Die deutsch-irakische Koproduktion „Haus ohne Dach“ von Soleen Yusef erhielt beim World Film Festival in Montréal den Special Grand Prix of the Jury sowie zwei renommierte Nachwuchspreise: beim Filmfest München den Preis für die beste Produktion und den First Steps Award. Mit „Passion for Planet“ und „Girls don’t fly“ wurden beim Filmfestival Max Ophüls Preis zwei weitere Dokumentarfilme ausgezeichnet.

Wachsende Kinolandschaft dank hoher Förderung

Die Kinolandschaft Baden-Württembergs ist im ersten Halbjahr 2016 (für das 2. Halbjahr liegen noch keine Zahlen vor) um weitere vier Spielstätten angewachsen, womit der Südwesten im bundesweiten Vergleich auf Platz 2 liegt. Diese gute Position ist nicht zuletzt auf die breite Förderung der baden-württembergischen Kinolandschaft durch die MFG zurückzuführen.

Netz der Film Commissions in Baden-Württemberg jetzt flächendeckend

Zusammen mit regionalen Partnern vor Ort hat die MFG im Jahr 2016 die bisherigen Lücken im Netz der Film Commissions in Baden-Württemberg schließen können. Ab 2017 werden alle Regionen des Bundeslandes flächendeckend von regionalen Film Commissions betreut werden. Vorher fehlte etwa ein Drittel des Landesgebiets. Die Film Commissions bieten Filmfirmen gezielte Beratung und umfassende Informationen über Drehorte und Drehgenehmigungen, künstlerische und technische Profis sowie junge Talente aus der Region.

Sie vermitteln zwischen Filmschaffenden und regionalen Dienstleistern, Behörden und Experten aus allen Bereichen. Mit Unterstützung der MFG Filmförderung agieren jetzt acht Film Commissions in den Regionen Freiburg Schwarzwald, Baden-Baden/Karlsruhe, Nordbaden, Stuttgart, Neckar-Alb, Ulm, Bodensee und Heilbronn-Franken/Ostalb.

Ausblick auf 2017: Förderung ressourcenschonender Filmproduktion

Ein erstes Pilot-Projekt im Rahmen der „Green Shooting“-Initiative der MFG war die Tatort-Produktion „Fünf Minuten Himmel“ von Zieglerfilm Baden-Baden für die ARD, die im Herbst 2015 in Freiburg gedreht und am 28. März 2016 ausgestrahlt wurde. Beim Dreh des Krimis mit Heike Makatsch in der Hauptrolle konnten gegenüber konventioneller Drehweise rund 53,6 Tonnen CO2-Emmissionen (42 Prozent) eingespart werden.

Ab dem zweiten Quartal 2017 unterstützt die MFG bei geförderten Produktionen mit unterschiedlichen Maßnahmen die Umstellung auf eine ökologisch nachhaltige Produktionsweise. Dazu zählen eine kostenlose ökologische Beratung vor und während der Dreharbeiten und die Bezuschussung eines Beauftragten für ökologische Nachhaltigkeit bei von der MFG produktionsgeförderten Projekten. Auf ihrer Internetseite stellt die MFG dann außerdem einen Handlungsleitfaden sowie einen kostenlosen CO2-Emmissionsrechner bereit.  Die MFG leistet so einen wirksamen Beitrag, damit Produktionsfirmen ihren CO2-Ausstoß in allen Produktionsphasen wirksam steuern können.

Quelle: MFG Filmförderung Baden-Württemberg
Mehr Infos: 

MFG Filmförderung Baden-Württemberg