Karl Steinbuch – Informatiker der ersten Stunde

Karl Steinbuch Karl Steinbuch

Professor Dr.-Ing. Karl Steinbuch ist ein Informatiker der ersten Stunde. Der gebürtige Stuttgarter studierte Physik an der Technischen Hochschule Stuttgart, an der er 1944 auch promovierte. Nach Kriegsende arbeitete er bis 1958 als Labor und Entwicklungsleiter bei der Firma Standard Elektrik Lorenz AG (SEL) in Stuttgart, zuletzt als Direktor, wo er sich wesentliche Verdienste um die Weiterentwicklung des Computerbaus erworben hatte. 1958 wurde er als ordentlicher Professor an die Universität Karlsruhe berufen. Dort baute er das Institut für Nachrichtenverarbeitung, das heutige Institut für Technik der Informationsverarbeitung ITIV, auf, welches er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1980 leitete. Karl Steinbuch starb am 4. Juni 2005 im Alter von 87 Jahren.

Im Laufe seiner langjährigen Tätigkeit in Karlsruhe wurden seine wissenschaftlichen Leistungen mehrfach ausgezeichnet: Unter anderem erhielt Prof. Steinbuch 1969 die Wilhelm-Bölscher-Medaille in Gold, 1975 den Konrad-Adenauer-Preis für Wissenschaft sowie die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg. Karl Steinbuch hat nicht weniger als 80 Patente angemeldet. Der Begriff „Informatik“ wurde von Karl Steinbuch geprägt und geht auf seine erste Publikation „Informatik: Automatische Informationsverarbeitung“ im Jahre 1957 zurück. In zahlreichen Publikationen wie „Automat und Mensch“, „Falsch programmiert“ oder „Die Informierte Gesellschaft“ setzte er sich mit den Auswirkungen der modernen Nachrichten- und Informationstechnik auf die Gesellschaft auseinander.

Steinbuchs größte Errungenschaft ist die Entwicklung des ersten brauchbaren künstlichen neuronalen Netzes der Welt: der Lernmatrix. Bereits 1966 sagte Prof. Steinbuch die Verdrängung der Analog- durch die Digitaltechnik, das Zusammenwachsen von Telefon- und Rechnernetzen, die Verschmelzung von Unterhaltungselektronik und Datenverarbeitung in den Endgeräten, kurz: das Multimedia-Zeitalter voraus.

Das Karl-Steinbuch-Forschungsprogramm schließt an das Karl-Steinbuch-Stipendium an, mit dem die MFG Stiftung bereits seit 2004 baden-württembergische Studierende erfolgreich bei der Umsetzung fachübergreifender IT- und Medienprojekte unterstützt.